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Quantencomputing und Bitcoin: Ist die Bedrohung real?

Neue Forschungsergebnisse zeigen, warum die Quantenbedrohung für Bitcoin weniger praktisch als theoretisch ist.

Eine aktuelle akademische Studie(arxiv.org/abs/2603.25519)von Dallaire-Demers und dem BTQ Technologies Team kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Ein Quantencomputer-Angriff auf das Bitcoin-Mining-Netzwerk würde die Energieausbeute eines Sterns benötigen. Diese Erkenntnis verschiebt die Diskussion um Quantenrisiken von der rein kryptografischen Ebene hin zu fundamentalen physikalischen Grenzen. Während Unternehmen wie IBM, Google und Microsoft Milliarden in die Quantenforschung investieren, bleiben die praktischen Hürden für einen erfolgreichen Angriff auf Bitcoin erheblich höher als bisher angenommen. Die Studie liefert konkrete Daten für eine Debatte, die bislang oft spekulativ geführt wurde.

Governance statt Technik als Kernherausforderung?

Interessant ist, dass Grayscale in einer parallelen Analyse zu dem Schluss kommt, Bitcoins Quantenproblem sei weniger ein technisches als ein Governance-Problem. Die größere Herausforderung liegt demnach darin, wie das Netzwerk koordiniert auf theoretische Quantenbedrohungen reagieren würde, nicht in der kryptografischen Verwundbarkeit selbst. Aus unserer Sicht bei CorPa spiegelt diese Einschätzung wider, was wir in Gesprächen mit institutionellen Kunden beobachten: Die Sorge um Quantenrisiken ist oft weniger technisch als strukturell begründet. Family Offices fragen primär nach Governance-Mechanismen und Upgrade-Pfaden, weniger nach der konkreten Kryptografie.

Es gibt jedoch eine oft übersehene Dimension von Bitcoin-Sicherheit

Was diese Forschungsergebnisse besonders wertvoll macht, ist die Verbindung von Energiephysik und Kryptografie. Während Nobelpreisträger wie John Clauser durchaus vor realen Quantenbedrohungen warnen, zeigt die Energieanalyse eine fundamentale Barriere auf, die über rein theoretische Überlegungen hinausgeht. Gleichzeitig arbeiten andere Blockchain-Projekte wie XRP bereits aktiv an quantenresistenten Protokollen, was die Aufmerksamkeit auf unterschiedliche Sicherheitsansätze lenkt. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Bitcoin seine Sicherheit weniger durch präventive Protokoll-Anpassungen als durch die schiere Unmöglichkeit praktischer Angriffe gewährleistet.

Und die Schlagzeilen über „quantensichere Verschlüsselung wird gebrochen"?

Eine zweite, ebenso aufschlussreiche Studie(eprint.iacr.org/2025/1237)von Peter Gutmann (University of Auckland) und Stephan Neuhaus (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) richtet den Blick auf einen anderen Teil des Narrativs: die regelmäßig auftauchenden Schlagzeilen, wonach Quantencomputer bereits beginnen, etablierte Verschlüsselung zu brechen. Die Forscher nahmen jeden größeren angeblichen Quantenkryptografie-„Durchbruch" der letzten zwei Jahrzehnte unter die Lupe und stellten fest, dass sich alle davon mit einem handelsüblichen 8-Bit-Heimcomputer aus dem Jahr 1981, einem Abakus und einem Hund replizieren lassen. Das ist keine Pointe, sondern ein ernster methodischer Befund: Die veröffentlichten Quantenfaktorisierungen wurden ausnahmslos durch mathematische Tricks erreicht, die für gewöhnliche kryptografische Schlüssel nicht funktionieren. Die Zahlen wurden so gewählt, dass sie sich durch physikalische Experimente besonders leicht faktorisieren lassen, eine Technik, die mit echten RSA-Schlüsseln nicht anwendbar ist.

Das eigentliche Ziel der Studie ist es, Bewertungskriterien zu entwickeln, anhand derer künftige Quantenfaktorisierungsversuche fair beurteilt werden können, und damit zu verhindern, dass Ressourcen von tatsächlich bestehenden Sicherheitsproblemen abgelenkt werden. Für institutionelle Investoren bedeutet das: Die mediale Aufregung rund um Quantencomputer-Angriffe auf Kryptografie ist in weiten Teilen nicht durch valide wissenschaftliche Ergebnisse gedeckt. Was wie technischer Fortschritt aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung häufig als Laboraufbau, der für reale Verschlüsselungsszenarien irrelevant ist.

Was das für Anleger bedeutet

Diese Erkenntnisse eröffnen Investoren eine neue Perspektive. Für Institutionen, private Investoren oder Family Offices bedeutet die physikalische Unmöglichkeit eines praktischen Quantenangriffs, dass Bitcoin-Allokationen auf einem stabilerem Fundament stehen als oft angenommen. Quantenrisiken lassen sich künftig als manageable Infrastruktur-Überlegung einordnen, die weder unmittelbaren Handlungsdruck erzeugt noch langfristige Investmentthesen in Frage stellt. Die Tatsache, dass sowohl die Federal Reserve als auch die EZB Quantenbedrohungen als gesamtsystemisches Thema für alle kryptografischen Systeme betrachten, unterstreicht zusätzlich: Bitcoin steht hier nicht allein, und die Industrie arbeitet koordiniert an zukunftsfähigen Lösungen.

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